Chronologie des Hauses Hessenkopf 1908/09 - 2009
12./16.10.1908: Die Hauptmannswitwe
Julie Eleonore Schmidt von Knobelsdorf
(1875-1942), erwirbt die drei an der Clausthaler Straße (Hessenkopf) liegenden Grundstücke „Flur 17,
Flurstück 128“, „Flur 17, Flurstück 129“ und „Flur 17, Flurstück 130“.
8.12.1908: Eleonore Schmidt von Knobelsdorf beantragt eine Bauerlaubnis für eine
Villa am Hessenkopf.
19.4.1909: Eleonore Schmidt von Knobelsdorf erwirbt vom Bergmann Gottfried Knieste
das Grundstück „Flur 17, Flurstück 131“ zur Erweiterung ihres Besitzes.
26.6.1909: Die Grundsteinlegung des Gebäudes erfolgt.
1.10.1909: Eleonore Schmidt von Knobelsdorf zieht aus Hannover nach Goslar auf den
Hessenkopf.
9.11.1912: Die postalische Adresse der Knobelsdorfschen Villa wird von der Stadt
Goslar in „Am Hessenkopf 5“ umgetauft.
20.12.1918: Major z. D. Paul Häusser (1871-1931) aus Berlin erwirbt
das Grundstück als dauerhaften Wohnsitz.
1.4.1919: Der schwer kriegsbeschädigte Major Paul Häusser zieht mit seiner Frau
Gertrud auf den Hessenkopf und baut das Grundstück zu einem landwirtschaftlichen Betrieb im Kleinformat aus.
7.3.1922: Der niederländische Bankkaufmann
Hendrik Ras (1888-?) und
seine Frau Nancy erwerben das Grundstück.
Juli 1922: Die Inflation im Deutschen Reich setzt ein.
4.10.1923: Das Ehepaar Ras verkauft, wohl in Folge der Inflation das
Hessenkopf-Anwesen für 250 Milliarden Reichsmark an den Goslarer Kaufmann
Hans Wessendorf
(1888-1957).
15.3.1930: Hans Wessendorf, dessen Firma in Konkurs gegangen ist, verkauft das
Hessenkopf-Grundstück für 55.000 Goldmark an die Hamburger Betriebskrankenkasse für Staatliche Angestellte.
17.3.1930: Der Heimleiter und spätere Direktor
Heinrich Lockmann
(1892-1973) zieht auf den Hessenkopf in die Knobelsdorfsche Villa.
15.5.1930: Die Bauarbeiten für das Erholungsheim am Hessenkopf nach den Plänen des
Architektenbüros Klophaus, Schoch und zu Putlitz beginnen.
28.12.1930: Die Eröffnung des Erholungsheimes findet statt. Das große neue Gebäude,
das über ein Verbindungsstück von der Villa aus betreten werden kann, heißt von nun an „Haus Hessenkopf“.
30.12.1932: Oberschwester Elsbeth Kropp (1894-?) zieht auf den
Hessenkopf.
6.5.1933: Heinrich Lockmann zieht aus Goslar fort. Oberschwester Elsbeth Kropp
übernimmt die Leitung im „Haus Hessenkopf“.
Juni 1935: Der Reichsnährstand erwirbt das Grundstück „von-Hindenburg-Str. 9“ in
Goslar und richtet hier die Bauernhochschule ein. Direktor wird
Richard Eichenauer (1893-1956). Ihm untersteht später auch „Haus Hessenkopf“.
1.7.1935: Das „Haus Hessenkopf“ wird an die Landesversicherungsanstalt der
Hansestädte in Lübeck verpachtet.
14.3.1936: Der Reichsnährstand als Gesellschaft des öffentlichen Rechts erwirbt das
Hessenkopf-Grundstück, um hier die Verwaltung seiner Hauptabteilung I unterzubringen. Die Funktion als
Erholungsheim der Betriebskrankenkasse soll zum 1.4.1936 enden.
1.11.1938: Die „Reichsschule für Bauernführer“ in der Zeppelinstraße 3 nimmt ihren
Betrieb auf.
Juni 1939: Die Hauptabteilung I des RNSt zieht vom Hessenkopf in die Kornstraße 8.
1.11.1940 - 1.10.1941: Das Haus Hessenkopf steht leer, das Villengebäude wird zur
Unterbringung der Familie Eichenauer benutzt.
1.11.1940: Die Bauernhochschule wird aus der von-Hindenburg-Str. in die Zeppelinstraße
verlegt. An ihrer Stelle nimmt die Landwirtschaftsschule Platz.
Februar 1941: Eine geplante Verlagerung der Bauernhochschule zum Hessenkopf findet
nicht statt.
4.7.1942: Die Hauptabteilung I des Reichsnährstandes wird aufgelöst.
Juli 1943: Im Hotel Nonnenberg, nahe dem Hessenkopf-Anwesen, finden Schulungen von
Kriegsversehrten statt. Es ist denkbar, dass sie dafür im „Haus Hessenkopf“ übernachten. Eine Bezeichnung des
„Hauses Hessenkopf“ als Lazarett lässt sich für 1942 nachweisen; Näheres ist nicht bekannt.
10.4.1945: Die alliierten Streitkräfte besetzen Goslar.
1.6.1945: Die
britische Militärregierung beschlagnahmt das „Haus
Hessenkopf“. Die Familie Eichenauer muss dort ausziehen und zieht in die verwüstete Sauna auf dem Grundstück
Zeppelinstraße 3.
1945-ca. Mai 1948: Das „Haus Hessenkopf“ dient als „Estonian DP Camp 15“ der
Unterbringung von älteren Displaced Persons, mehrheitlich baltischer und osteuropäischer Herkunft.
1.6.1948: Das DP-Camp wird in „Adrian Marshall Home“ umbenannt; der Nutzungszweck
bleibt unverändert. Heimleiter ist Dr. E. Heydemann.
1.7.1950: Die Innere Mission übernimmt als Treuhänderin das vormalige „Adrian
Marshall Home“.
23.8.1951: Die letzten Displaced Persons verlassen den Hessenkopf.
1.9.1951: Die
Innere Mission nimmt „Haus Hessenkopf“ als eines der
ersten Müttererholungsheime in Norddeutschland in Betrieb. Die Durchführung von Maßnahmen beginnt am 26.9.1951.
1.2.1952: Karl-Heinz Breucker (1909-1995) wird Heimleiter in „Haus
Hessenkopf“.
1.4.1958: Johannes Lissel (1924-2001) übernimmt während der
einjährigen Erkrankung von Karl-Heinz Breucker die Leitung im „Haus Hessenkopf“ und behält sie später auch.
1.4.1959: Hausvater Karl-Heinz Breucker verlässt den Hessenkopf endgültig und
übernimmt die Leitung im Haus „Waldkater“ in Lautenthal.
21.11.1963: Der
Abwickler des ehemaligen Reichsnährstandes in Hannover
verkauft das Grundstück am Hessenkopf für den Preis von 740.000 Mark an die Landeskirche.
9.12.1969: Die Landessynode entscheidet sich für „Haus Hessenkopf“ als Standort für
die neue Tagungsstätte der Landeskirche.
15.10.1971: Der Architekt Karl-Dietrich Lindemann legt erste Entwürfe für „Haus 2“ vor.
20.6.1972: Die Nutzung des „Hauses Hessenkopf“ als Müttergenesungsheim der Inneren
Mission endet.
4.7.1972: Die Umbauten am Altgebäude des Hessenkopfes unter Anleitung der Architekten
Busik und Bothe, Goslar, beginnen.
17.6.1975: Eröffnung des „Tagungs- und Freizeitheims der Ev.-luth. Landeskirche in
Braunschweig“. Die Baukosten betragen etwa 6 Millionen Mark.
22.10.1976: Der Architekt Lindemann erhält für den Neubau des „Hauses Hessenkopf“ den
Preis des Bundes Deutscher Architekten in Niedersachsen für vorbildliches Bauen.
1.7.1980: „Haus Hessenkopf“ feiert 30jähriges Bestehen. Hierbei wird nur die
kirchliche Nutzungszeit berücksichtigt. Es erfolgt die Installation einer steinernen Stele mit drei Bronzetafeln mit biblischen Motiven.
30.8.1985: „Haus Hessenkopf“ feiert 35jähriges Bestehen.
30.7.1989: Johannes Lissels offizielle Dienstzeit läuft ab. Er bleibt weiterhin auf
eigenen Wunsch im Amt, bis die Nachfolgefrage geklärt ist.
26.6.1990: Jubiläumsveranstaltung „40 Jahre Haus Hessenkopf“ Gleichzeitig wird
Johannes Lissel endgültig in den Ruhestand verabschiedet. Mit seinem Weggang werden die „Freundesbriefe“
eingestellt.
1.7.1990: Sabine Vogs übernimmt die Leitung im „Haus Hessenkopf“, vorläufig für zwei
Jahre.
15.1.1991: Nach krankheitsbedingtem Ausfall von Sabine Vogs leitet
Hauswirtschaftsleiterin Gisela Flügge vorübergehend die Tagungsstätte „Haus Hessenkopf“.
1.10.1991: Talvan Harris-von Rauchfuß wird neuer Leiter im Hessenkopf und gibt dem
Heim nun ein stärker wirtschaftlich orientiertes Gepräge; die Belegung mit nichtkirchlichen Gruppen wird
gefördert.
28.6.1991: Architekt Karl-Dietrich Lindemann legt erste Entwürfe für die
St.-Petrus-Kapelle auf dem Hessenkopf vor.
18.10.1994: Der Standort der Kapelle auf dem Hessenkopf-Grundstück wird geklärt.
10.1.1995: Lindemann legt endgültige Pläne für die Kapelle vor.
10.9.1995: Einweihung der St. Petrus-Kapelle im „Haus Hessenkopf“.
2004: Die Diskussion um den Erhalt des „Hauses Hessenkopf“ beginnt.
23.5.2006: Die Landessynode beschließt, vorläufig bis „Ende 2009“ das Haus weiter
zu betreiben.
Herbst 2006: Talvan Harris-von Rauchfuß verlässt „Haus Hessenkopf“. Ein Nachfolger
wird nicht benannt, seither erfolgt die Verwaltung des Hauses kommissarisch. Die Leitung übernimmt
Landeskirchenrat Cornelius Hahn von Wolfenbüttel aus.
7.6.2008: Die Landessynode beschließt, „Haus Hessenkopf“ weiterzuführen und
gleichzeitig umfangreiche Sanierungsarbeiten umzusetzen.
7. August 2009: Jubiläumsveranstaltung „100 Jahre Haus Hessenkopf“, Wiedereröffnung
nach Abschluss der Sanierungsarbeiten.
(Quelle: Von der Privatresidenz zum Tagungszentrum. Die Geschichte von Haus Hessenkop in
Goslar, 1909 - 2009)